Enterprise Service Management als Speisekarte – Services so einfach bestellen wie eine Pizza

In einem gemeinsamen Webinar der Gentlehuman Factory, bei der wir am 23. Juni 2026 zu Gast sein durften, wurde beleuchtet, wie Unternehmen ihr Enterprise Service Management (ESM) durch intuitive Servicekataloge revolutionieren können. Das zentrale Versprechen: Services so einfach zu gestalten, dass sie jeder ohne Tutorial verstehen und konsumieren kann.

Die Analogie des Pizzaservice

David Schmitt, Geschäftsführer der Gentlehuman Factory, eröffnete das Webinar mit einem Vergleich aus dem Alltag: Während wir privat mühelos per App Pizza bestellen, stehen Mitarbeiter im Unternehmen oft vor einem Dschungel aus E-Mails, Teams-Nachrichten und komplexen Ticketsystemen. Die Lösung liegt in der Standardisierung. Ein Pizzalieferant möchte keine hochindividuellen Sonderwünsche, sondern Bestellungen nach Nummern, denn das ermöglicht Geschwindigkeit und Skalierbarkeit.

Was macht einen guten Servicekatalog aus?

Laut Schmitt müssen Services wie Produkte vermarktet werden. Ein moderner Service-Steckbrief sollte folgende Kernpunkte erfüllen, um Transparenz und Vertrauen zu schaffen:

  • Klarer Nutzen: Definition der Zuständigkeiten und des Mehrwerts für das Unternehmen.
  • Serviceparameter: Verbindliche Informationen über Verfügbarkeit und konkrete Lieferzeiten.
  • Abgrenzung: Explizite Nennung dessen, was nicht zum Leistungsumfang gehört, um das Erwartungsmanagement zu steuern.
  • Gegenseitiges Commitment: Ein Vertrag zwischen Service Provider und Endkunden über die zu erbringende Qualität.

Praxis-Check: Live-Demo mit SERVALX

Wie diese theoretischen Konzepte technisch umgesetzt werden, demonstrierte Thomas Spring, Geschäftsführer von PLAIN IT. Anhand des Tools SERVALX zeigte er live den Workflow von der Bestellung bis zur Auslieferung. Besonders beeindruckte dabei die Abbildung einer realen Pizzabestellung im System, welche folgende Vorteile verdeutlichte:

  • Benutzerfokus: Der Endanwender sieht nur die Informationen, die er wirklich braucht, und navigiert durch ein intuitives Interface.
  • Echtzeit-Tracking: Nutzer können den Fortschritt ihrer Anfrage (z. B. „in Bearbeitung“ oder „ausgeliefert“) jederzeit verfolgen.
  • Strukturierte Kommunikation: Automatisierte E-Mails halten alle Beteiligten über den aktuellen Status auf dem Laufenden.

Der Weg zum Erfolg: MVP statt Big Bang

In der abschliessenden Expertenrunde diskutierten die Sprecher über die Einführung von ESM-Projekten. Maike Elzmann (Moderation) stellte klar, dass ESM oft ein Organisationsprojekt ist, welches die Verbindung von Mensch und Technik voraussetzt. Thomas Spring und David Schmitt plädierten jedoch für einen pragmatischen MVP-Ansatz (Minimum Viable Product). Anstatt monatelang komplexe End-to-End-Prozesse zu konzipieren, sollten Unternehmen dort starten, wo der grösste operative Schmerz liegt.

Fazit

Das Webinar verdeutlichte: Ein erfolgreicher Servicekatalog ist kein statisches Dokument, sondern ein lebendes System. Durch die Abkehr von der Ressourcenorientierung hin zum Kundennutzen können Fachbereiche ihre Leistungen nicht nur besser strukturieren, sondern auch als „exzellente Services“ innerhalb des Unternehmens positionieren. Wer seine Services wie eine gute Speisekarte gestaltet, schafft am Ende vor allem eines: zufriedene Mitarbeiter.

Über Claire Sonnenberg
Bei der PLAIN IT AG bin ich für die Administration verantwortlich und unterstütze das Marketing für das Enterprise Service Management Tool SERVALX. Als zweifache Mama organisiere ich meinen privaten Alltag mit viel Engagement und Leidenschaft und widme mich nebenbei eigenen Projekten im Bereich Social Media Marketing und Fotografie. Lernen, wachsen und Gutes bewirken treibt mich dabei jeden Tag aufs Neue an.