Podiumsgespärch des SVDG _ Service Management

PLAIN IT Partner stellen sich vor….. heute mit Jürg Lindenmann von healtH-it GmbH

Was hat dich persönlich dazu motiviert, sich so engagiert für die digitale Gesundheit einzusetzen und was treibt dich im Verband SVDG bis heute an?

Ich bin nun seit 25 Jahren in diesem Business tätig und mein Engagement ist über die Jahre gewachsen, da ich sehe, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen noch weit hinter der Industrie und ihren eigentlichen Möglichkeiten herhinkt. Beim SVDG war es meine Motivation, einen Rahmen und ein Gefäss für unsere kleine Community zu schaffen, damit wir uns austauschen und gemeinsam an Kunden herantreten können.

Wo siehst du heute die grössten Fortschritte in der digitalen Gesundheitsversorgung in der Schweiz und worauf bist du besonders stolz?

Die grössten Fortschritte sehe ich in den Institutionen selbst, die intern stark vorwärtsgemacht haben, während die institutionsübergreifende Vernetzung immer noch schwierig ist. Ich bin stolz darauf, dass ich meine eigene Unternehmung etablieren konnte und mein Know-how bei Kunden geschätzt wird. Es macht mich stolz, eine Nische als Beratungsunternehmen gefunden zu haben, das reale Probleme löst und zufriedene Kunden hat.

Glaubst du daran, dass das elektronische Patientendossier in der Schweiz in der aktuellen Form erfolgreich wird?

Nein, ich habe schon früh gesagt, dass das in dieser Form nicht funktionieren wird, da es falsch aufgegleist wurde. Meiner Meinung nach sollte man den Mut haben, den Stecker zu ziehen, da das Projekt jährlich 65 Millionen Franken kostet, die dann bei erfolgreicheren Digitalisierungsprojekten fehlen.

Design ohne Titel (3)

Was ist die unausgesprochene Regel in deinem Arbeitsumfeld, die alle kennen aber nie jemand aufgeschrieben hat?

Eine Regel, die es schon ewig gibt, ist: „Ärgere Lindi nicht“. Ich bin sehr offen für Kritik und Neues, aber ich kann es nicht ausstehen, wenn man unfair oder ungerecht ist oder seine Meinung nur für den persönlichen Vorteil zurückstellt, das ärgert mich.

Gibt es eine Aktivität oder ein Hobby, das dich besonders inspiriert?

Kochen als Ausgleich zur «Kopfarbeit». Dabei geht es mir nicht darum, einfach nur die Mikrowelle einzuschalten, sondern wirklich intensiv mit Lebensmitteln zu arbeiten. Ich schätze es sehr, Dinge selbst herzustellen, wie zum Beispiel meine eigenen Teigwaren oder Würste.

Welches Tool, welche App oder welche Gewohnheit hält dich am Laufen?

Mein Tag startet immer mit der digitalen Zeitung. Ich habe mehrere Abos und zahle gerne für redaktionell aufbereitete Informationen, da ich mich von Social Media als Informationsquelle fernhalte.

Wenn dein Kalender eine Persönlichkeit wäre, welche Figur aus einem Film oder einer Serie wäre er, und warum?

Mein Kalender wäre Columbo: „Da wäre noch was…“

Wenn du deinem früheren Ich einen einzigen beruflichen Ratschlag mitgeben könntest, welcher wäre das?

Ich würde mir raten: „Mach das, was du schon gemacht hast“. Mich haben im Berufsleben immer meine Interessen, der Spass und sich bietende Opportunitäten geleitet, statt verbissen einem festen Plan zu folgen.

Welche Veränderung in deiner Branche beschäftigt dich, im guten wie im schlechten Sinne?

Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigt mich sehr. Ich sorge mich, dass junge Leute dadurch das eigenständige, anstrengende Denken verlernen könnten, sehe aber gleichzeitig riesige Chancen, beispielsweise um Ärzte massiv von Fleissarbeiten wie dem Schreiben von Arztbriefen zu entlasten.

Welche Person (aus deinem Netzwerk, der Geschichte oder der Literatur) würdest du gerne für eine Stunde um Rat fragen?

Ich würde gerne Albert Einstein treffen. Er verkörpert für mich jemanden, der in kein Schema passte, nichts im Voraus plante und trotzdem zum grössten Wissenschaftler seiner Zeit wurde.

Gibt es eine Frage, die du dir selbst immer wieder stellst?

Ich stelle mir eigentlich jeden Tag die Frage: „Wer bin ich?“.

Wenn du eine Superkraft haben könntest, welche wäre das und warum?

Meine Superkraft wäre es, Antworten auf schwierige Fragen zu erhalten.

Würdest du mit einer Zeitmaschine eher in die Vergangenheit oder in die Zukunft reisen und was würde dich dazu treiben?

Ich würde eher in die Vergangenheit reisen, speziell in die Antike. Da ich historisch interessiert bin, würde ich gerne das damalige Lebensgefühl selbst erleben, statt nur Fakten und Artefakte zu kennen.

Welches Zitat oder welcher Satz begleitet dich?

„Du kannst die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten, wenn du die Vergangenheit nicht kennst“. Dieser Satz sagt für mich eigentlich alles aus.

Über Claire Sonnenberg
Bei der PLAIN IT AG bin ich für die Administration verantwortlich und unterstütze das Marketing für das Enterprise Service Management Tool SERVALX. Als zweifache Mama organisiere ich meinen privaten Alltag mit viel Engagement und Leidenschaft und widme mich nebenbei eigenen Projekten im Bereich Social Media Marketing und Fotografie. Lernen, wachsen und Gutes bewirken treibt mich dabei jeden Tag aufs Neue an.